ハンス・ドリーシュ試論 : 「エンテレヒー」の行方(1)

Research output: Contribution to journalArticle

Abstract

Die Ende des 19. Jahrhunderts vorherrschende mechanistische Lebensauffassung postulierte, das Leben könnte auf die Konstellationen einzelner physikalischer und chemischer Akte zurückgeführt werden. Hans Driesch dagegen meinte, dass das „Leben [...] nicht eine besondere Art der Anordnung anorganischer Ereignisse" sei und deswegen nicht auf das Zusammenwirken von physikalischen und chemischen Elementen reduziert werden könne. Für Driesch ist die Biologie als Wissenschaft des Lebens „nicht angewandte Physik und Chemie". Auf diesen Gedanken kam Driesch durch sein berühmtes Experiment mit Seeigelkeimen im Jahr 1891. Er schüttelte die Keime sehr heftig im zweizelligen Stadium, und in einigen Fällen gelang es ihm, „die eine der Furchungszellen zu töten ohne die andere zu beschädigen, oder auch beide Furchungszellen voneinander zu trennen". Nach der Theorie von August Weismann und Wilhelm Roux hätte er die Halborganisation seines Objekts erhalten müssen. Stattdessen erhielt er „eine typische ganze Gastrula", die sich „nur durch ihre geringere Größe von einer normalen unterschied". Dieser „kleinen aber ganzen Gastrula folgte ein ganzer und typischer kleiner Pluteus". Aufgrund dieses Experiments entwickelte Driesch seinen eigenen vitalistischen Gedanken, in den er einen supekulativen Naturfaktor Entelechie einführte. Nach Driesch sei der auf Aristoteles zurückgehende Begriff Entelechie (έντελέχεια) weder Energie, noch Kraft, weder Intensität noch Konstante, „sondern – Entelechie". Entelechie ist aber kein „mystisches" Element wie etwa „Lebenskraft". Werner Müller und Shôhei Yonemoto sind der Meinung, dass die Entelechie gerade den Begriff der „Information" und „darüberhinaus die auf ihr aufbauende Fähigkeit lebender Systeme zur Selbstorganisation" bezeichne, wenn man sie in die gegenwärtige Terminologie übersetzen würde. Diese Abhandlung, die auch kurz auf Drieschs Leben eingeht, ist mein erster Versuch zum Vitalismus von Hans Driesch. In späteren Abhandlungen werde ich dem Einfluss vom Vitalismus Drieschs auf die Nachwelt, besonders in Bezug auf die „Entelechie" nachgehen.
Original languageJapanese
Pages (from-to)1-13
Number of pages13
Journal言語文化論究
Issue number36
DOIs
Publication statusPublished - 2016

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ハンス・ドリーシュ試論 : 「エンテレヒー」の行方(1). / 福元圭太.

In: 言語文化論究, No. 36, 2016, p. 1-13.

Research output: Contribution to journalArticle

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TY - JOUR

T1 - ハンス・ドリーシュ試論 : 「エンテレヒー」の行方(1)

AU - 福元, 圭太

PY - 2016

Y1 - 2016

N2 - Die Ende des 19. Jahrhunderts vorherrschende mechanistische Lebensauffassung postulierte, das Leben könnte auf die Konstellationen einzelner physikalischer und chemischer Akte zurückgeführt werden. Hans Driesch dagegen meinte, dass das „Leben [...] nicht eine besondere Art der Anordnung anorganischer Ereignisse" sei und deswegen nicht auf das Zusammenwirken von physikalischen und chemischen Elementen reduziert werden könne. Für Driesch ist die Biologie als Wissenschaft des Lebens „nicht angewandte Physik und Chemie". Auf diesen Gedanken kam Driesch durch sein berühmtes Experiment mit Seeigelkeimen im Jahr 1891. Er schüttelte die Keime sehr heftig im zweizelligen Stadium, und in einigen Fällen gelang es ihm, „die eine der Furchungszellen zu töten ohne die andere zu beschädigen, oder auch beide Furchungszellen voneinander zu trennen". Nach der Theorie von August Weismann und Wilhelm Roux hätte er die Halborganisation seines Objekts erhalten müssen. Stattdessen erhielt er „eine typische ganze Gastrula", die sich „nur durch ihre geringere Größe von einer normalen unterschied". Dieser „kleinen aber ganzen Gastrula folgte ein ganzer und typischer kleiner Pluteus". Aufgrund dieses Experiments entwickelte Driesch seinen eigenen vitalistischen Gedanken, in den er einen supekulativen Naturfaktor Entelechie einführte. Nach Driesch sei der auf Aristoteles zurückgehende Begriff Entelechie (έντελέχεια) weder Energie, noch Kraft, weder Intensität noch Konstante, „sondern – Entelechie". Entelechie ist aber kein „mystisches" Element wie etwa „Lebenskraft". Werner Müller und Shôhei Yonemoto sind der Meinung, dass die Entelechie gerade den Begriff der „Information" und „darüberhinaus die auf ihr aufbauende Fähigkeit lebender Systeme zur Selbstorganisation" bezeichne, wenn man sie in die gegenwärtige Terminologie übersetzen würde. Diese Abhandlung, die auch kurz auf Drieschs Leben eingeht, ist mein erster Versuch zum Vitalismus von Hans Driesch. In späteren Abhandlungen werde ich dem Einfluss vom Vitalismus Drieschs auf die Nachwelt, besonders in Bezug auf die „Entelechie" nachgehen.

AB - Die Ende des 19. Jahrhunderts vorherrschende mechanistische Lebensauffassung postulierte, das Leben könnte auf die Konstellationen einzelner physikalischer und chemischer Akte zurückgeführt werden. Hans Driesch dagegen meinte, dass das „Leben [...] nicht eine besondere Art der Anordnung anorganischer Ereignisse" sei und deswegen nicht auf das Zusammenwirken von physikalischen und chemischen Elementen reduziert werden könne. Für Driesch ist die Biologie als Wissenschaft des Lebens „nicht angewandte Physik und Chemie". Auf diesen Gedanken kam Driesch durch sein berühmtes Experiment mit Seeigelkeimen im Jahr 1891. Er schüttelte die Keime sehr heftig im zweizelligen Stadium, und in einigen Fällen gelang es ihm, „die eine der Furchungszellen zu töten ohne die andere zu beschädigen, oder auch beide Furchungszellen voneinander zu trennen". Nach der Theorie von August Weismann und Wilhelm Roux hätte er die Halborganisation seines Objekts erhalten müssen. Stattdessen erhielt er „eine typische ganze Gastrula", die sich „nur durch ihre geringere Größe von einer normalen unterschied". Dieser „kleinen aber ganzen Gastrula folgte ein ganzer und typischer kleiner Pluteus". Aufgrund dieses Experiments entwickelte Driesch seinen eigenen vitalistischen Gedanken, in den er einen supekulativen Naturfaktor Entelechie einführte. Nach Driesch sei der auf Aristoteles zurückgehende Begriff Entelechie (έντελέχεια) weder Energie, noch Kraft, weder Intensität noch Konstante, „sondern – Entelechie". Entelechie ist aber kein „mystisches" Element wie etwa „Lebenskraft". Werner Müller und Shôhei Yonemoto sind der Meinung, dass die Entelechie gerade den Begriff der „Information" und „darüberhinaus die auf ihr aufbauende Fähigkeit lebender Systeme zur Selbstorganisation" bezeichne, wenn man sie in die gegenwärtige Terminologie übersetzen würde. Diese Abhandlung, die auch kurz auf Drieschs Leben eingeht, ist mein erster Versuch zum Vitalismus von Hans Driesch. In späteren Abhandlungen werde ich dem Einfluss vom Vitalismus Drieschs auf die Nachwelt, besonders in Bezug auf die „Entelechie" nachgehen.

U2 - 10.15017/1655038

DO - 10.15017/1655038

M3 - 記事

SP - 1

EP - 13

JO - 言語文化論究

JF - 言語文化論究

SN - 1341-0032

IS - 36

ER -