ドイツ語学習と短期間の研修旅行: 研究旅行の充実化を目指して

Translated title of the contribution: Deutschlernen und Kurzaufenthalte in Deutschland: Versuch zur Verbesserung der Wirksamkeit von Studienreisen

Research output: Contribution to journalArticle

Abstract

Anfang 1980 begann an der Deutschabteilung der Kyushu-Universität ein Studienreiseprojekt, das Studenten die Gelegenheit geben sollte, im Rahmen eines vierwöchigen Aufenthaltes in Deutschland die deutsche Sprache in vielfältigen Situationen kennenzulernen. Zum Programm der Reise gehörten auch ein Sprachkurs und ein kurzer Familienaufenthalt. Im Laufe der Zeit wurde kritisch angemerkt, dass auf dieser Reise aufgrund von zahlreichen Gruppenaktivitäten zu viel Japanisch und zu wenig Deutsch gesprochen werde. 2002 entstand dann eine anders konzeptionierte Studienreise, die intensiveren Kontakt mit der deutschen Sprache bieten sollte. Bei dieser Reise sollten die Teilnehmer die ganzen vier Wochen in Gastfamilien verbringen und in dieser Zeit ein dreiwöchiges Praktikum in Schulen, Kindergärten oder Handwerksbetrieben absolvieren. Die erste Reise fand im März 2003 statt. Leider war der Kontakt mit der deutschen Sprache anfangs noch reduziert, da von einigen Gastfamilien, Praktikumsbetreuern und den Organisatoren vor Ort mehr Englisch als Deutsch mit den Teilnehmern gesprochen wurde. Ab 2005 wurde als Reiseziel der Odenwaldkreis gewählt, wo mit Hilfe von persönlichen Kontakten Gastfamilien, Praktikumsstellen usw. organisiert werden konnten. Gastfamilien und Praktikumsstellen wurden eindringlich gebeten, im Kontakt mit den Studenten Deutsch zu verwenden. Die Reise wird intensive vorbereitet, sechs Monate vor Reisebeginn findet eine deutsche Sprachprüfung statt. Da die Auswahl der Teilnehmer anfangs jedoch zu nachsichtig gehandhabt wurde, konnten eine Zeit lang auch Studenten mit nur unzureichenden Sprachfähigkeiten teilnehmen. Dies führte zu Problemen in Gastfamilien und auf Praktikumsstellen, so dass eine strengere Auswahl der Teilnehmer notwendig wurde. Ab 2014 wurden strikte Auswahlkriterien eingeführt. Für die Auswahlprüfung muss der Inhalt der ersten zehn Lektionen der Deutschen Sprachlehre für Ausländer von Schulz/Griesbach durchgearbeitet und seit 2015 einen Monat vor der Abreise nach Deutschland die A2-Prüfung des ÖSD abgelegt werden. Von 2015-2016 bestanden 10 Studenten (darunter 5 Zweitsemester) dieses Niveau. Nach der Rückkehr aus Deutschland bestanden von diesen 10 Studenten drei sogar das Niveau B1. Für eine Studienreise nach Deutschland, die intensiven Kontakt mit der deutschen Sprache bieten soll, ist es notwendig, die Gastfamilien und die Betreuer auf den Praktikumsstellen zu bitten, auf die Verwendung der englischen Sprache als Kommunikationsmittel zu verzichten und mit den Gästen aus Japan Deutsch zu sprechen. Auch müssen vor der Abreise eindeutige Lernziele definiert und das Erreichen dieser Ziele durch standardisierte Prüfungen nachgewiesen werden. Was das Thema „interkulturelle Kompetenz" angeht, so hat sich auf dieser Reise eher gezeigt, dass bereits verfestigte Einstellungen und Verhaltensweisen sich nicht durch einen Kurzaufenthalt im Ausland verändern lassen. Auch sollten Studenten, an deren sozialer Kompetenz Zweifel aufkommen, von einer solchen Reise ausgeschlossen werden. Hinweise auf einen solchen Mangel an sozialer Kompetenz können Verhaltensweisen wie „Tameguchi" (Sprechen auf gleicher Ebene) oder „Yobisute" (Weglassen höflicher Anredeformen) im Gespräch mit dem Lehrer sein.
Original languageJapanese
Pages (from-to)21-31
Number of pages11
Journal言語文化論究
Volume39
Publication statusPublished - Sep 1 2017

Cite this

ドイツ語学習と短期間の研修旅行 : 研究旅行の充実化を目指して. / カスヤン, アンドレアス.

In: 言語文化論究, Vol. 39, 01.09.2017, p. 21-31.

Research output: Contribution to journalArticle

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TY - JOUR

T1 - ドイツ語学習と短期間の研修旅行

T2 - 研究旅行の充実化を目指して

AU - カスヤン, アンドレアス

PY - 2017/9/1

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N2 - Anfang 1980 begann an der Deutschabteilung der Kyushu-Universität ein Studienreiseprojekt, das Studenten die Gelegenheit geben sollte, im Rahmen eines vierwöchigen Aufenthaltes in Deutschland die deutsche Sprache in vielfältigen Situationen kennenzulernen. Zum Programm der Reise gehörten auch ein Sprachkurs und ein kurzer Familienaufenthalt. Im Laufe der Zeit wurde kritisch angemerkt, dass auf dieser Reise aufgrund von zahlreichen Gruppenaktivitäten zu viel Japanisch und zu wenig Deutsch gesprochen werde. 2002 entstand dann eine anders konzeptionierte Studienreise, die intensiveren Kontakt mit der deutschen Sprache bieten sollte. Bei dieser Reise sollten die Teilnehmer die ganzen vier Wochen in Gastfamilien verbringen und in dieser Zeit ein dreiwöchiges Praktikum in Schulen, Kindergärten oder Handwerksbetrieben absolvieren. Die erste Reise fand im März 2003 statt. Leider war der Kontakt mit der deutschen Sprache anfangs noch reduziert, da von einigen Gastfamilien, Praktikumsbetreuern und den Organisatoren vor Ort mehr Englisch als Deutsch mit den Teilnehmern gesprochen wurde. Ab 2005 wurde als Reiseziel der Odenwaldkreis gewählt, wo mit Hilfe von persönlichen Kontakten Gastfamilien, Praktikumsstellen usw. organisiert werden konnten. Gastfamilien und Praktikumsstellen wurden eindringlich gebeten, im Kontakt mit den Studenten Deutsch zu verwenden. Die Reise wird intensive vorbereitet, sechs Monate vor Reisebeginn findet eine deutsche Sprachprüfung statt. Da die Auswahl der Teilnehmer anfangs jedoch zu nachsichtig gehandhabt wurde, konnten eine Zeit lang auch Studenten mit nur unzureichenden Sprachfähigkeiten teilnehmen. Dies führte zu Problemen in Gastfamilien und auf Praktikumsstellen, so dass eine strengere Auswahl der Teilnehmer notwendig wurde. Ab 2014 wurden strikte Auswahlkriterien eingeführt. Für die Auswahlprüfung muss der Inhalt der ersten zehn Lektionen der Deutschen Sprachlehre für Ausländer von Schulz/Griesbach durchgearbeitet und seit 2015 einen Monat vor der Abreise nach Deutschland die A2-Prüfung des ÖSD abgelegt werden. Von 2015-2016 bestanden 10 Studenten (darunter 5 Zweitsemester) dieses Niveau. Nach der Rückkehr aus Deutschland bestanden von diesen 10 Studenten drei sogar das Niveau B1. Für eine Studienreise nach Deutschland, die intensiven Kontakt mit der deutschen Sprache bieten soll, ist es notwendig, die Gastfamilien und die Betreuer auf den Praktikumsstellen zu bitten, auf die Verwendung der englischen Sprache als Kommunikationsmittel zu verzichten und mit den Gästen aus Japan Deutsch zu sprechen. Auch müssen vor der Abreise eindeutige Lernziele definiert und das Erreichen dieser Ziele durch standardisierte Prüfungen nachgewiesen werden. Was das Thema „interkulturelle Kompetenz" angeht, so hat sich auf dieser Reise eher gezeigt, dass bereits verfestigte Einstellungen und Verhaltensweisen sich nicht durch einen Kurzaufenthalt im Ausland verändern lassen. Auch sollten Studenten, an deren sozialer Kompetenz Zweifel aufkommen, von einer solchen Reise ausgeschlossen werden. Hinweise auf einen solchen Mangel an sozialer Kompetenz können Verhaltensweisen wie „Tameguchi" (Sprechen auf gleicher Ebene) oder „Yobisute" (Weglassen höflicher Anredeformen) im Gespräch mit dem Lehrer sein.

AB - Anfang 1980 begann an der Deutschabteilung der Kyushu-Universität ein Studienreiseprojekt, das Studenten die Gelegenheit geben sollte, im Rahmen eines vierwöchigen Aufenthaltes in Deutschland die deutsche Sprache in vielfältigen Situationen kennenzulernen. Zum Programm der Reise gehörten auch ein Sprachkurs und ein kurzer Familienaufenthalt. Im Laufe der Zeit wurde kritisch angemerkt, dass auf dieser Reise aufgrund von zahlreichen Gruppenaktivitäten zu viel Japanisch und zu wenig Deutsch gesprochen werde. 2002 entstand dann eine anders konzeptionierte Studienreise, die intensiveren Kontakt mit der deutschen Sprache bieten sollte. Bei dieser Reise sollten die Teilnehmer die ganzen vier Wochen in Gastfamilien verbringen und in dieser Zeit ein dreiwöchiges Praktikum in Schulen, Kindergärten oder Handwerksbetrieben absolvieren. Die erste Reise fand im März 2003 statt. Leider war der Kontakt mit der deutschen Sprache anfangs noch reduziert, da von einigen Gastfamilien, Praktikumsbetreuern und den Organisatoren vor Ort mehr Englisch als Deutsch mit den Teilnehmern gesprochen wurde. Ab 2005 wurde als Reiseziel der Odenwaldkreis gewählt, wo mit Hilfe von persönlichen Kontakten Gastfamilien, Praktikumsstellen usw. organisiert werden konnten. Gastfamilien und Praktikumsstellen wurden eindringlich gebeten, im Kontakt mit den Studenten Deutsch zu verwenden. Die Reise wird intensive vorbereitet, sechs Monate vor Reisebeginn findet eine deutsche Sprachprüfung statt. Da die Auswahl der Teilnehmer anfangs jedoch zu nachsichtig gehandhabt wurde, konnten eine Zeit lang auch Studenten mit nur unzureichenden Sprachfähigkeiten teilnehmen. Dies führte zu Problemen in Gastfamilien und auf Praktikumsstellen, so dass eine strengere Auswahl der Teilnehmer notwendig wurde. Ab 2014 wurden strikte Auswahlkriterien eingeführt. Für die Auswahlprüfung muss der Inhalt der ersten zehn Lektionen der Deutschen Sprachlehre für Ausländer von Schulz/Griesbach durchgearbeitet und seit 2015 einen Monat vor der Abreise nach Deutschland die A2-Prüfung des ÖSD abgelegt werden. Von 2015-2016 bestanden 10 Studenten (darunter 5 Zweitsemester) dieses Niveau. Nach der Rückkehr aus Deutschland bestanden von diesen 10 Studenten drei sogar das Niveau B1. Für eine Studienreise nach Deutschland, die intensiven Kontakt mit der deutschen Sprache bieten soll, ist es notwendig, die Gastfamilien und die Betreuer auf den Praktikumsstellen zu bitten, auf die Verwendung der englischen Sprache als Kommunikationsmittel zu verzichten und mit den Gästen aus Japan Deutsch zu sprechen. Auch müssen vor der Abreise eindeutige Lernziele definiert und das Erreichen dieser Ziele durch standardisierte Prüfungen nachgewiesen werden. Was das Thema „interkulturelle Kompetenz" angeht, so hat sich auf dieser Reise eher gezeigt, dass bereits verfestigte Einstellungen und Verhaltensweisen sich nicht durch einen Kurzaufenthalt im Ausland verändern lassen. Auch sollten Studenten, an deren sozialer Kompetenz Zweifel aufkommen, von einer solchen Reise ausgeschlossen werden. Hinweise auf einen solchen Mangel an sozialer Kompetenz können Verhaltensweisen wie „Tameguchi" (Sprechen auf gleicher Ebene) oder „Yobisute" (Weglassen höflicher Anredeformen) im Gespräch mit dem Lehrer sein.

M3 - 記事

VL - 39

SP - 21

EP - 31

JO - 言語文化論究

JF - 言語文化論究

SN - 1341-0032

ER -