『引き裂かれた空』とその後

60年代のクリスタ・ヴォルフ

研究成果: ジャーナルへの寄稿記事

抄録

Man kann die Geschichte der Literatur der DDR von 1945 bis zum Anfang der siebziger Jahre in drei Phasen einteilen. Christa Wolf gehört zu den Autoren, die in der dritten Phase auf sich aufmerksam machten, also im Zeitraum vom Anfang der sechziger bis zum Anfang der siebziger Jahre. Die Erzählung „Der geteilte Himmel" (1963) hatte direkt nach ihrem Erscheinen größten Erfolg. Eine große Bedeutung für die Entstehung dieses Werkes hat sowohl die erste „Bitterfelder Konferenz" im Jahr 1959, die auf eine solide Verbindung der Schriftsteller mit den Arbeitern gezielt hat, als auch jener 13. August 1961, an dem die sogennante ,,Berliner Mauer" errichtet wurde. In dieser Erzählung beschreibt die Autorin Landschaften und Natur sehr lyrisch und einfühlsam, verwendet sie auch Symbole, um die psychischen Zustände der Figuren und ihre Umgebungen ineinanderzuflechten. Durch die Anwendung einander überschneidender einfühlsamer und distanzierender, subjektiver und objektiver Erzählweisen gewinnt die Autorin vielfältige Ebenen. Zwei kritische Argumente vernahm man damals im großen Widerhail dieser Erzählung. Das eine lautet: die Autorin stelle nicht die Wiedererstehung des Imperialismus in der BRD, sondern die Spaltung Deutschlands als Unglück dar. Das andere: in dieser Geschichte träten nur wenig positive Persönlichkeiten auf. Das zweite hat mit der Forderung nach „typisch" positiven Figuren in der sozialistischen Literatur zu tun. Wie im nächsten Werk Wolfs „Nachdenken über Christa T." (1968) evident wird, betont die Autorin immer mehr die Differenzierung und die Subjektivierung der Menschen, im Gegensatz zur Verallgemeinerung und zur Objektivierung, also zu jenen unerläßlichen Komponenten des Begriffes „das Typische".Diese Tendenz der Autorin bestätigen auch die Erzählung „Unter den Linden" (1969) und der Roman „Kindheitsmuster" (1976). Unter einem politischen Aspekt kann man die Behauptung, „Christa T." sei eine Zurücknahme der „Rita Seidel" zwar zustimmen. Achtet man aber auf die lyrische, einfühlsame Erzählweise und auf die Symbole - auf all die differenzierenden und subjektivierenden Momente in den Werken der Autorin, so stehen Rita und Christa T. in einer Linie. Es bleiben jedoch Fragen offen, ob und inwieweit diese Subjektivität der Autorin als „subjektive Authentizität" bei der produktiven Auseinandersetzung mit der Realität wirksam werden kann, oder ob sie nicht zufällig und Willkürlich bleibt. Die Antwort auf diese Fragen würde aber die Analyse der weiteren Wolfschen Werke wie „Kein Ort. Nirgends." (1979) oder „Kassandra" (1983) voraussetzen.
元の言語Japanese
ページ(範囲)107-123
ページ数17
ジャーナルSprache und Kultur
20
出版物ステータス出版済み - 10 1987

これを引用

『引き裂かれた空』とその後 : 60年代のクリスタ・ヴォルフ. / 福元圭太.

:: Sprache und Kultur, 巻 20, 10.1987, p. 107-123.

研究成果: ジャーナルへの寄稿記事

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AB - Man kann die Geschichte der Literatur der DDR von 1945 bis zum Anfang der siebziger Jahre in drei Phasen einteilen. Christa Wolf gehört zu den Autoren, die in der dritten Phase auf sich aufmerksam machten, also im Zeitraum vom Anfang der sechziger bis zum Anfang der siebziger Jahre. Die Erzählung „Der geteilte Himmel" (1963) hatte direkt nach ihrem Erscheinen größten Erfolg. Eine große Bedeutung für die Entstehung dieses Werkes hat sowohl die erste „Bitterfelder Konferenz" im Jahr 1959, die auf eine solide Verbindung der Schriftsteller mit den Arbeitern gezielt hat, als auch jener 13. August 1961, an dem die sogennante ,,Berliner Mauer" errichtet wurde. In dieser Erzählung beschreibt die Autorin Landschaften und Natur sehr lyrisch und einfühlsam, verwendet sie auch Symbole, um die psychischen Zustände der Figuren und ihre Umgebungen ineinanderzuflechten. Durch die Anwendung einander überschneidender einfühlsamer und distanzierender, subjektiver und objektiver Erzählweisen gewinnt die Autorin vielfältige Ebenen. Zwei kritische Argumente vernahm man damals im großen Widerhail dieser Erzählung. Das eine lautet: die Autorin stelle nicht die Wiedererstehung des Imperialismus in der BRD, sondern die Spaltung Deutschlands als Unglück dar. Das andere: in dieser Geschichte träten nur wenig positive Persönlichkeiten auf. Das zweite hat mit der Forderung nach „typisch" positiven Figuren in der sozialistischen Literatur zu tun. Wie im nächsten Werk Wolfs „Nachdenken über Christa T." (1968) evident wird, betont die Autorin immer mehr die Differenzierung und die Subjektivierung der Menschen, im Gegensatz zur Verallgemeinerung und zur Objektivierung, also zu jenen unerläßlichen Komponenten des Begriffes „das Typische".Diese Tendenz der Autorin bestätigen auch die Erzählung „Unter den Linden" (1969) und der Roman „Kindheitsmuster" (1976). Unter einem politischen Aspekt kann man die Behauptung, „Christa T." sei eine Zurücknahme der „Rita Seidel" zwar zustimmen. Achtet man aber auf die lyrische, einfühlsame Erzählweise und auf die Symbole - auf all die differenzierenden und subjektivierenden Momente in den Werken der Autorin, so stehen Rita und Christa T. in einer Linie. Es bleiben jedoch Fragen offen, ob und inwieweit diese Subjektivität der Autorin als „subjektive Authentizität" bei der produktiven Auseinandersetzung mit der Realität wirksam werden kann, oder ob sie nicht zufällig und Willkürlich bleibt. Die Antwort auf diese Fragen würde aber die Analyse der weiteren Wolfschen Werke wie „Kein Ort. Nirgends." (1979) oder „Kassandra" (1983) voraussetzen.

M3 - 記事

VL - 20

SP - 107

EP - 123

JO - Sprache und Kultur

JF - Sprache und Kultur

SN - 0911-9299

ER -