上海のセファルディ系ユダヤ人

研究成果: ジャーナルへの寄稿記事

抄録

In Shanghai bildete sich nach dem Opiumkrieg (1840-42) eine kleine Gemeinde von Bagdader Juden, die bis zur Gründung der Volksrepublik China im Jahre 1949 bestand. Diese Juden waren in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts vor den Verfolgungen im Osmanischen Reiche geflohen und zunächst in die unter englischer Herrschaft stehenden indischen Städte Bombay und Kalkutta übergesiedelt. Nach dem Opiumkrieg stiegen sie in Shanghai in den Opiumhandel ein und erzielten damit bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hohe Gewinne. Im 20. Jahrhundert investierten sie ihr Kapital in den Immobilienhandel, in die Industrie und in gemeinnützige Unternehmen und einige von ihnen machten damit legendäre Gewinne. Die Zahl der in Shanghai lebenden Bagdader Juden betrug gegen Ende des 19. Jahrhundeds 175 und wuchs danach in der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg auf ca. 800. Im Jahre 1909 gündeten diese Juden die Shanghai Jewish Communal Association. Dieser Verein stellte armen Juden koscheres Essen, Ausbildungsmöglichkeiten und medizinische Versorgung zur Verfügung. Die Gemeinde der Bagdader Juden legte grölßten Wert auf gute Beziehungen zu den Engländern, die in Shanghai, genauer gesagt in der internationalen Niederlassung, die politische Führung innehatten. Sehr reiche Juden erworben auch die englische Staatsangehörigkeit. Um als Europäer angesehen zu werden, bezeichneten sie sich in Shanghai als „Sephardim'" ein Begriff, der ursprünglich den Juden aus Spanien und Portugal galt. Trotz ihrer kulturellen Anpassung an die englische Gesellschaft, bemühten sie sich ihre Identität als Bagdader Juden beizubehalten, was für sie als Minderheit innerhalb der Ausländergesellschak in der chineischen Großstadt Shanghai unentbehrlich war. Außerdem zeigten sie große Solidarität mit ihren Glaubensbnidern. Sie versuchten die damals vom Aussterben bedrohte Judengemeinde in Kaifeng zu retten. Sie unterstützten auch die eben entstandene Zionismusbewegung mit politischen, aber noch mehr mit finanziellen Mitteln. Und in Shanghai halfen sie 22.000 jüdischen Hüchtlingen aus Russland, Deutschland, Österreich und Polen.
元の言語Japanese
ページ(範囲)41-53
ページ数13
ジャーナル言語文化論究
20
DOI
出版物ステータス出版済み - 2005

これを引用

上海のセファルディ系ユダヤ人. / 阿部吉雄.

:: 言語文化論究, 巻 20, 2005, p. 41-53.

研究成果: ジャーナルへの寄稿記事

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publisher = "九州大学大学院言語文化研究院",

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TY - JOUR

T1 - 上海のセファルディ系ユダヤ人

AU - 阿部, 吉雄

PY - 2005

Y1 - 2005

N2 - In Shanghai bildete sich nach dem Opiumkrieg (1840-42) eine kleine Gemeinde von Bagdader Juden, die bis zur Gründung der Volksrepublik China im Jahre 1949 bestand. Diese Juden waren in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts vor den Verfolgungen im Osmanischen Reiche geflohen und zunächst in die unter englischer Herrschaft stehenden indischen Städte Bombay und Kalkutta übergesiedelt. Nach dem Opiumkrieg stiegen sie in Shanghai in den Opiumhandel ein und erzielten damit bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hohe Gewinne. Im 20. Jahrhundert investierten sie ihr Kapital in den Immobilienhandel, in die Industrie und in gemeinnützige Unternehmen und einige von ihnen machten damit legendäre Gewinne. Die Zahl der in Shanghai lebenden Bagdader Juden betrug gegen Ende des 19. Jahrhundeds 175 und wuchs danach in der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg auf ca. 800. Im Jahre 1909 gündeten diese Juden die Shanghai Jewish Communal Association. Dieser Verein stellte armen Juden koscheres Essen, Ausbildungsmöglichkeiten und medizinische Versorgung zur Verfügung. Die Gemeinde der Bagdader Juden legte grölßten Wert auf gute Beziehungen zu den Engländern, die in Shanghai, genauer gesagt in der internationalen Niederlassung, die politische Führung innehatten. Sehr reiche Juden erworben auch die englische Staatsangehörigkeit. Um als Europäer angesehen zu werden, bezeichneten sie sich in Shanghai als „Sephardim'" ein Begriff, der ursprünglich den Juden aus Spanien und Portugal galt. Trotz ihrer kulturellen Anpassung an die englische Gesellschaft, bemühten sie sich ihre Identität als Bagdader Juden beizubehalten, was für sie als Minderheit innerhalb der Ausländergesellschak in der chineischen Großstadt Shanghai unentbehrlich war. Außerdem zeigten sie große Solidarität mit ihren Glaubensbnidern. Sie versuchten die damals vom Aussterben bedrohte Judengemeinde in Kaifeng zu retten. Sie unterstützten auch die eben entstandene Zionismusbewegung mit politischen, aber noch mehr mit finanziellen Mitteln. Und in Shanghai halfen sie 22.000 jüdischen Hüchtlingen aus Russland, Deutschland, Österreich und Polen.

AB - In Shanghai bildete sich nach dem Opiumkrieg (1840-42) eine kleine Gemeinde von Bagdader Juden, die bis zur Gründung der Volksrepublik China im Jahre 1949 bestand. Diese Juden waren in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts vor den Verfolgungen im Osmanischen Reiche geflohen und zunächst in die unter englischer Herrschaft stehenden indischen Städte Bombay und Kalkutta übergesiedelt. Nach dem Opiumkrieg stiegen sie in Shanghai in den Opiumhandel ein und erzielten damit bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hohe Gewinne. Im 20. Jahrhundert investierten sie ihr Kapital in den Immobilienhandel, in die Industrie und in gemeinnützige Unternehmen und einige von ihnen machten damit legendäre Gewinne. Die Zahl der in Shanghai lebenden Bagdader Juden betrug gegen Ende des 19. Jahrhundeds 175 und wuchs danach in der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg auf ca. 800. Im Jahre 1909 gündeten diese Juden die Shanghai Jewish Communal Association. Dieser Verein stellte armen Juden koscheres Essen, Ausbildungsmöglichkeiten und medizinische Versorgung zur Verfügung. Die Gemeinde der Bagdader Juden legte grölßten Wert auf gute Beziehungen zu den Engländern, die in Shanghai, genauer gesagt in der internationalen Niederlassung, die politische Führung innehatten. Sehr reiche Juden erworben auch die englische Staatsangehörigkeit. Um als Europäer angesehen zu werden, bezeichneten sie sich in Shanghai als „Sephardim'" ein Begriff, der ursprünglich den Juden aus Spanien und Portugal galt. Trotz ihrer kulturellen Anpassung an die englische Gesellschaft, bemühten sie sich ihre Identität als Bagdader Juden beizubehalten, was für sie als Minderheit innerhalb der Ausländergesellschak in der chineischen Großstadt Shanghai unentbehrlich war. Außerdem zeigten sie große Solidarität mit ihren Glaubensbnidern. Sie versuchten die damals vom Aussterben bedrohte Judengemeinde in Kaifeng zu retten. Sie unterstützten auch die eben entstandene Zionismusbewegung mit politischen, aber noch mehr mit finanziellen Mitteln. Und in Shanghai halfen sie 22.000 jüdischen Hüchtlingen aus Russland, Deutschland, Österreich und Polen.

U2 - 10.15017/5609

DO - 10.15017/5609

M3 - 記事

VL - 20

SP - 41

EP - 53

JO - 言語文化論究

JF - 言語文化論究

SN - 1341-0032

ER -