フェヒナーからフロイトへ(2)グスタフ・テオドール・フェヒナーの系譜(7)

研究成果: ジャーナルへの寄稿記事

抄録

Als Fortsetzung meiner vorigen Abhandlung „Von Fechner zu Freud (1)" möchte ich diesmal die Einflüsse Fechners auf Freud in Bezug auf die „Metapsychologie" Freuds aus dynamischen und topologischen bzw. topischen Gesichtspunkten erörtern. Dabei spielt der Fechnersche Begriff „Schauplatzwechsel" eine zentrale Rolle. Für Fechner ist der „Schauplatz" des Schlafes oder des Traums im Gegensatz zu dem der wachen Vorstellungen ein anderer. Freud paraphrasiert diesen Gedanken Fechners folgendermaßen: „Der Traumvorgang spielt auf einem anderen psychischen Terrain." Für den Psychophysiker Fechner sind psychische und physiche Erscheinungen zwei Seiten einer Medaille, und auch der menschliche Wille muss laut Fechner den strengen Gesetzmäßigkeiten der Physik folgen. Diesen psycho-dynamische Determinismus finden wir auch bei Freud, wenn er schreibt: „Ich habe mir schon einmal die Freiheit genommen, Ihnen vorzuhalten, daß ein tief wurzelnder Glaube an psychische Freiheit und Willkürlichkeit in Ihnen steckt, der aber ganz unwissenschaftlich ist und vor der Anforderung eines auch das Seelenleben beherrschenden Determinismus die Segel streichen muß." Freud schreibt auch, dass das Ich „nicht einmal Herr [...] im eigenen Hause" sei. Darüber hinaus spielt Fechners Begriff „Schauplatzwechsel" auch für Freuds topologisches Model des seelischen Apparates eine wesentliche Rolle. Erst durch Fechners Konzept des „Schauplatzwechsels" konnte Freud seine Theorie der psychischen Lokalität aufstellen und damit die drei „Instanzen", d. h. das Unbewusste, das Vorbewusste und das Bewusste, unterscheiden. Anhand von Freuds Schriften Die Traumdeutung (1901), „Zur Psychopathologie des Alltagslebens" (1901) und „Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten" (1905) soll in dieser Abhandlung die Tragweite des Fechnerschen „Schauplatzwechsels" auf Freuds topologisches Model des seelischen Apparats ergründet werden.
元の言語Japanese
ページ(範囲)1-20
ページ数20
ジャーナル言語文化論究
発行部数34
DOI
出版物ステータス出版済み - 2015

これを引用

フェヒナーからフロイトへ(2)グスタフ・テオドール・フェヒナーの系譜(7). / 福元圭太.

:: 言語文化論究, 番号 34, 2015, p. 1-20.

研究成果: ジャーナルへの寄稿記事

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doi = "10.15017/1500407",
language = "Japanese",
pages = "1--20",
journal = "言語文化論究",
issn = "1341-0032",
publisher = "九州大学大学院言語文化研究院",
number = "34",

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TY - JOUR

T1 - フェヒナーからフロイトへ(2)グスタフ・テオドール・フェヒナーの系譜(7)

AU - 福元, 圭太

PY - 2015

Y1 - 2015

N2 - Als Fortsetzung meiner vorigen Abhandlung „Von Fechner zu Freud (1)" möchte ich diesmal die Einflüsse Fechners auf Freud in Bezug auf die „Metapsychologie" Freuds aus dynamischen und topologischen bzw. topischen Gesichtspunkten erörtern. Dabei spielt der Fechnersche Begriff „Schauplatzwechsel" eine zentrale Rolle. Für Fechner ist der „Schauplatz" des Schlafes oder des Traums im Gegensatz zu dem der wachen Vorstellungen ein anderer. Freud paraphrasiert diesen Gedanken Fechners folgendermaßen: „Der Traumvorgang spielt auf einem anderen psychischen Terrain." Für den Psychophysiker Fechner sind psychische und physiche Erscheinungen zwei Seiten einer Medaille, und auch der menschliche Wille muss laut Fechner den strengen Gesetzmäßigkeiten der Physik folgen. Diesen psycho-dynamische Determinismus finden wir auch bei Freud, wenn er schreibt: „Ich habe mir schon einmal die Freiheit genommen, Ihnen vorzuhalten, daß ein tief wurzelnder Glaube an psychische Freiheit und Willkürlichkeit in Ihnen steckt, der aber ganz unwissenschaftlich ist und vor der Anforderung eines auch das Seelenleben beherrschenden Determinismus die Segel streichen muß." Freud schreibt auch, dass das Ich „nicht einmal Herr [...] im eigenen Hause" sei. Darüber hinaus spielt Fechners Begriff „Schauplatzwechsel" auch für Freuds topologisches Model des seelischen Apparates eine wesentliche Rolle. Erst durch Fechners Konzept des „Schauplatzwechsels" konnte Freud seine Theorie der psychischen Lokalität aufstellen und damit die drei „Instanzen", d. h. das Unbewusste, das Vorbewusste und das Bewusste, unterscheiden. Anhand von Freuds Schriften Die Traumdeutung (1901), „Zur Psychopathologie des Alltagslebens" (1901) und „Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten" (1905) soll in dieser Abhandlung die Tragweite des Fechnerschen „Schauplatzwechsels" auf Freuds topologisches Model des seelischen Apparats ergründet werden.

AB - Als Fortsetzung meiner vorigen Abhandlung „Von Fechner zu Freud (1)" möchte ich diesmal die Einflüsse Fechners auf Freud in Bezug auf die „Metapsychologie" Freuds aus dynamischen und topologischen bzw. topischen Gesichtspunkten erörtern. Dabei spielt der Fechnersche Begriff „Schauplatzwechsel" eine zentrale Rolle. Für Fechner ist der „Schauplatz" des Schlafes oder des Traums im Gegensatz zu dem der wachen Vorstellungen ein anderer. Freud paraphrasiert diesen Gedanken Fechners folgendermaßen: „Der Traumvorgang spielt auf einem anderen psychischen Terrain." Für den Psychophysiker Fechner sind psychische und physiche Erscheinungen zwei Seiten einer Medaille, und auch der menschliche Wille muss laut Fechner den strengen Gesetzmäßigkeiten der Physik folgen. Diesen psycho-dynamische Determinismus finden wir auch bei Freud, wenn er schreibt: „Ich habe mir schon einmal die Freiheit genommen, Ihnen vorzuhalten, daß ein tief wurzelnder Glaube an psychische Freiheit und Willkürlichkeit in Ihnen steckt, der aber ganz unwissenschaftlich ist und vor der Anforderung eines auch das Seelenleben beherrschenden Determinismus die Segel streichen muß." Freud schreibt auch, dass das Ich „nicht einmal Herr [...] im eigenen Hause" sei. Darüber hinaus spielt Fechners Begriff „Schauplatzwechsel" auch für Freuds topologisches Model des seelischen Apparates eine wesentliche Rolle. Erst durch Fechners Konzept des „Schauplatzwechsels" konnte Freud seine Theorie der psychischen Lokalität aufstellen und damit die drei „Instanzen", d. h. das Unbewusste, das Vorbewusste und das Bewusste, unterscheiden. Anhand von Freuds Schriften Die Traumdeutung (1901), „Zur Psychopathologie des Alltagslebens" (1901) und „Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten" (1905) soll in dieser Abhandlung die Tragweite des Fechnerschen „Schauplatzwechsels" auf Freuds topologisches Model des seelischen Apparats ergründet werden.

U2 - 10.15017/1500407

DO - 10.15017/1500407

M3 - 記事

SP - 1

EP - 20

JO - 言語文化論究

JF - 言語文化論究

SN - 1341-0032

IS - 34

ER -